In Zeiten der globalisierten Nahrungsmärkte erfährt der Konsum regional erzeugter Lebensmitteln einen immer grösseren Zuspruch der Bevölkerung. Durch ein bewusstes Kaufverhalten sind VerbraucherInnen gewissermassen in der Lage, Entwicklungen auf dem globalen Lebensmittelmarkt mitzubestimmen.

Allerdings stellt sich die Frage, ob der Trend zum Konsum regional und biologisch erzeugter Lebensmittel der weltweiten Ausbeutung von Ressourcen entgegenwirken kann. Stellt dieses unser Bemühen um ein ethisch vertretbares Konsumverhalten einen emanzipatorischen Schritt von der rein gewinnorientierten Agrarpolitik Europas weltweit dar oder führt es vielmehr zur Verschleierung derselben?



    An einem winterlich kalten Tag wird auf dem Helvetiaplatz ein Gewächshauszelt mit einem üppigen Gemüsebeet und dem Schild Gemüsebau aufgestellt und an eine grosse, direkt daneben installierte und über einen versteckten Verstärker einen nicht zu überhörenden Lärm erzeugende „Heizzentrale" angeschlossen. Mittels eines überdimensionalen Schlauchs wird heisse Luft in das Innere des Gewächshauses befördert. Die Proportionen der Gesamtinstallation stellen ein plakatives Missverhältnis zwischen dem Gewächshaus und der übertrieben voluminösen Heizvorrichtung dar.

Im Innenraum des Gewächshauses werden BesucherInnen in einem geloopten Vortrag in die besondere ökologische Bedeutung der regionalen Gemüseproduktion eingeführt. Das hierbei angewandte Vokabular orientiert sich am typischen Werbejargon einheimischer Lebensmittelkonzene. Der kontinuierliche Lärm der Heizmaschine macht sich allerdings im Innern des Zeltes so bemerkbar, dass der Vortrag sowie sämtliche Gespräche unter den BesucherInnen ausschliesslich schreiend bewerkstelligt werden können.

Die audiovisuelle Dokumentation des Projektes wurde von kunstpassanten.ch (Robbert van Rooden, Maren Brauner und Irene Grillo) erarbeitet.


Aufgefürt:

12.2009 am Helvetiaplatz in Zürich im Rahmen von kunstpassanten.ch

02.2010 vor dem Theaterhaus Gessnerallee Zürich.


Weitere Informationen unter: www.kunstpassanten.ch