KBZ ist eine mobile Beratungsstelle, die sich mit ihrem Angebot an bedürftige, unzufriedene und gescheiterte ArbeitnehmerInnen richtet. Die Beratungswürdigkeit der InteressentInnen wird vorerst aufgrund eines Fragebogens geprüft. Angaben wie etwa die finanzielle Situation, soziale Stellung, Zivilstand, Gesundheitszustand oder das jeweilige Bildungsniveau sind hierbei ausschlaggebend.



Die anschliessend angebotenen Konsultationseinheiten werden mit Hilfe eines eigens für die Aktion erarbeiteten Beratungssystems durchgeführt. Seine Grundbedingungen, Argumentations- und Interprätationsweisen sind direkt dem Tarotkarten-Lesesystem entnommen. Als Grundlage der Aussagen dienen dabei die 72 nachgebildeten Tarotkarten und 5 mit genauen Deutungssvorgaben dieser gefüllte Ordner.


12.2005 Bekanntmachungen, Kunsthalle Zürich

6.2006 Gastausstellung des Kunstraumes White Space Zürich, Bahnwärterhaus / Villa Merkel, Esslingen am Neckar, Deutschland

09.2007 Ausstellung der GewinnerInnen des Atelierstipendiums der MPK und ZHdK, Takt 9 Zürich


„Halt! Diese Linie nicht überschreiten, ohne um Erlaubnis zu fragen. Wer im Esslinger Bahnwärterhaus die Ausstellungsrunde dreht, wird erst einmal irritiert stehen bleiben und die junge Frau mit dem dritten Auge auf der Stirn mustern. „Wenn Sie eine Beratung wünschen, müssen Sie einen Antrag ausfüllen", sagt die Künstlerin Marina Belobrovaja aus ihrem mobilen Bürostand heraus und deutet auf ein Formular.

Wer kein „minderbemittelter und erfolgloser Arbeitnehmer" ist, dessen Monatseinkommen unter 1000 Euro liegt, wird aus „organisatorischen Gründen" nicht beraten. Dasselbe gilt für solche, die von „manisch-depressiven Zuständen" heimgesucht werden. Nur die Melancholiker und Paniker unter den Habenichtsen dürfen zur Krisenberatung."


von Wolfgang Berger, Stuttgarter Zeitung 3.06.2006